Mein Auge ist der Maler, der dein Bild
Voll Schönheit in des Herzens Tafel gräbt.
Mein Körper ist der Rahmen, der’s umhüllt,
Durch Perspective wird die Kunst belebt.
5Es führt der Weg durch meine Brust allein
Zu schauen, wo dein treues Bildniß liegt,
Das ewig hängt in meines Herzens Schrein,
Worin dein Aug’ als Fenster eingefügt.
Nun sieh’, wie Aug’ dem Auge schön vergilt;
10Mein Auge malte dich, deins gab der Brust
Ein Fenster, wo der Sonne Strahl dein Bild
Belauschet drin, entzückt, voll süßer Lust.
Dem Auge doch der tiefre Reiz entflieht,
Es malt nur, was es schaut, nicht das Gemüth.