46Ade! du muntre, du fröhliche Stadt, Ade!
Schon scharret mein Rösslein mit lustigen Fuss,
jetzt nimm meinen letzten, den scheidenden Gruss,
47du hast mich wohl niemals noch traurig gesehn,
so kann es auch jetzt nicht beym Abschied geschehn.
so kann es auch jetzt nicht beym Abschied geschehn.
Ade! du muntre, du fröhliche Stadt, Ade!
48Ade! ihr Bäume, ihr Gärten so grün, Ade!
Nun reit’ ich am silbernen Strome entlang,
weit schallend ertönet mein Abschiedsgesang,
nie habt ihr ein trauriges Lied gehört,
so wird euch auch keines beym Scheiden bescheert,
49 so wird euch auch keines beym Scheiden bescheert,
Ade! Ihr Bäume, ihr Gärten so grün, Ade!
Ade! ihr freundlichen Mägdlein dort, Ade!
Was schaut Ihr aus Blumen umduftetem Haus
50mit schelmischen, lockenden Blicken heraus!
Wie sonst, so grüss ich und schaue mich um,
doch nimmer wend’ ich mein Rösselein um,
doch nimmer wend’ ich mein Rösselein um,
Ade! ihr freundlichen Mägdlein dort, Ade!
51Ade! Liebe Sonne, so gehst du zur Ruh! Ade!
Nun schimmert der blinkenden Sterne Gold,
wie bin ich euch Sternlein am Himmel so hold,
durchziehn wir die Welt wir auch weit und breit,
ihr gebt überall uns das treue Geleit,
52ihr gebt überall uns das treue Geleit,
Ade! Liebe Sonne, so gehst du zur Ruh! Ade!
Ade! du schimmerndes Fensterlein hell, Ade!
Du glänzest so traulich mit dämmerndem Schein,
und ladest so freundlich ins Hüttchen uns ein.
53Vorüber, ach, ritt ich so manches mahl,
und wär es denn heute zum letzten mahl
und wär es denn heute zum letzten mahl,
Ade! du schimmerndes Fensterlein hell, Ade!
54Ade! Ihr Sterne, verhüllet Euch grau! Ade!
des Fensterlein trübes verschimmerndes Licht
ersetzt ihr unzähligen Sterne mir nicht;
Darf ich hier nicht weilen, muss hier vorbey,
was hilft es, folgt ihr mir noch so treu,
darf ich hier nicht weilen, muss hier vorbey,
55was hilft es, folgt ihr mir noch so treu?
Ade! Ihr Sterne verhüllet Euch grau, Ade!