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Romanze vom Recensenten.
Recensent, der tapfre Ritter,
Steigt zu Rosse, kühn und stolz;
Ist's kein Hengst aus Andalusien,
Ist es doch ein Bock von Holz.
5Statt des Schwerts, die scharfe Feder
Zieht er kampfbereit vom Ohr,
Schiebt, statt des Visiers, die Brille
Den entbrannten Augen vor.
Publikum, die edle Dame,
10Schwebt in tausendfacher Noth
261 Seit ihr bald, barbarisch schnaubend,
Ein Siegfried'scher Lindwurm droht,
Bald ein süßer Sonettiste
Sie mit Lautenklimpern lockt,
15Bald ein Mönch ihr mystisch predigt,
Daß ihr die Besinnung stockt.
Recensent, der tapfre Ritter,
Hält sich gut im Drachenmord,
Schlägt in Splitter alle Lauten,
20Stürzt den Mönch vom Kanzelbord.
Dennoch will er, groß bescheiden,
Daß ihn niemand nennen soll,
Und den Schild des Helden zeichnet
Kaum ein Schriftzug, räthselvoll.
Recensent, du Hort des Schwachen,
Sei uns immer treu und hold!
Nimm zum Lohn des Himmels Segen,
Des Verlegers Ehrensold!