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Ulrich von Schlippenbach · Romanticismo

Phantasie. [Zu dem Bilde der Erinnerung.]

alemán

Endlich hat mein Auge dich gesehen,
Treues Bildniß der Erinnerung,
Wie du schwebest aus des Himmels Höhen,
Ewig blühend, ewig schön und jung.

Ruhst auf mondeshellen Wolkensäumen,
Hebst den zarten Schleyer, und dein Blick
Wendet, wie erwacht aus süßen Träumen,
Zu der Liebe Denkmal sich zurück.

Und so tragen dich der Weste Schwingen
Durch der Zeiten weite Kreise hin,
Wo versunk'ne Bilder dich umringen,
Bleicher Kränze deutungsvoller Sinn.

Doch der Sehnsucht innigstes Empfinden
Wendet deinen stillgesenkten Blick
Noch einmal zu jenen Schattengründen
In ein theures Jugendland zurück.

Und ein Denkmal seh ich dort sich heben,
Das Arkadien die Stäte nennt;
Die Erinn'rung feyert hier ein Leben,
Das sich nimmer von der Seele trennt.

Weile, hohe Göttin, weile,
O Erinn'rung! weile hier;
Fliehe nicht mit rascher Eile,
Unsre Seelen folgen dir.
Nur auf deinen lichten Schwingen,
Über Erde, Zeit und Tod,
Wagt der Geist empor zu dringen
Zu der Hoffnung Morgenroth.

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Autor
Ulrich von Schlippenbach
Título
Phantasie. [Zu dem Bilde der Erinnerung.]
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-phantasie-zu-dem-bilde-der-erinnerung--ulrich-von-schlippenbach-3ae05c
Cita recomendada
Ulrich von Schlippenbach, «Phantasie. [Zu dem Bilde der Erinnerung.]», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-phantasie-zu-dem-bilde-der-erinnerung--ulrich-von-schlippenbach-3ae05c.html

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