12 Der Zeisig spricht vom Baume herab:
„Goldfischlein, leg’ den Reichthum nur ab;
Das Kleid leg’ ab, mit Flitter gestickt,
Denn Gold und Glanz die Liebe erstickt.
5Laß in der Fluth dein eitles Gewand,
Laß in der Fluth den nichtigen Tand.
Dein Herzchen bring’ zum Brautschatz mir nur,
Denn g’nügsam ist der Liebe Natur.
Ich will dir schaffen selbst schon ein Kleid,
10Aus Rosenblatt, mit Blüten beschneit.
Ich will dich hüllen, reichlich geschmückt,
In güldene Stern’, vom Himmel gepflückt.
Dann will ich bleiben ewig bei dir,
In grünen Palast, im Blätter-Revier.
15Die Flügel bindest du mir allein,
Das Flattern lass’ auf ewig ich sein.
13 Hab’ ich gesungen bis jetzt gar viel,
War’s, weil mein Singen hatte kein Ziel.
Jetzt aber weiß es fröhlich mein Lied,
20Daß es zu dir allein nur stets zieht.