10 Baut Liebe sich ein Paradies,
Stellt sich auch gleich die Schlange ein;
Beim ersten Paare soll schon dies
Der schlimme Fall gewesen sein.
5Auch hier belauscht im Grase tief
Ein Schlängelchen das Liebespaar,
Voll Gift es gleich zum Teiche lief,
Zischt in die Fluth hinab so klar:
„Goldfischlein, was der Zeisig spricht,
10Ist Trug und Lug und leerer Schall,
Denn ganz allein liebt er dich nicht,
Er flattert liebelnd überall.
Weißt du, warum er um dich frei’t?
Warum er wirbt um deine Hand?
15Ihn lockt dein glänzend Schuppenkleid,
Dein gülden strahlendes Gewand!
Hat er einmal mit seinem Sang,
Goldfischlein, schmeichelnd dich bestrickt,
So wird sogleich derselbe Klang
20Zu andern Liebchen ausgeschickt.
11 Der Zeisig ist ein loser Wicht,
Den Flügel fesselt ihm kein Band;
Goldfischlein, trau’ dem Zeisig nicht,
Goldfischlein, schwimme nicht zum Strand!“