Stern im Abendgrauen,
laß dein bleich Erschauern;
laß mich endlich ruhig
heim gen Eden trauern.
O Eden, mein Eden,
Garten meiner Träume,
warum gab mir Gott den Anblick
deiner Frühlingsbäume!
Deine Sommerfluren
hat er nicht behütet;
in den stolzen Garben
hat der Blitz gewütet.
In dein Herbstgefilde
ist der Sturm gekommen,
hat mir von den Ästen
Frucht auf Frucht genommen.
Warum sang der Frühling,
sang von seligem Wandern
nur auf Blumenauen,
sang von einem seligen Andern!
Ach, er kam, der Andre,
kam mit Glut und Flammen;
über meinen Blumen
schlugen sie zusammen.
Lachend aus der Asche
hat er mich getragen.
In der kalten Fremde
hat ihn Gott erschlagen.
Winter ist geworden.
Ach, ich möchte weinen.
Aber seine Seele
lacht noch in der meinen.
Still auf seinem Grabe
will ich warten, warten;
meine Kinder irren
suchend nach dem Garten.
O mein Garten Eden,
verlornes Eden,
o Eden, mein Eden,
stehst du denn noch offen?
Bis zur letzten Stunde
will ich auf dich hoffen!
Magst du, Gott, mich töten,
mag mein Traum verglühen,
aber meinen Kindern muß er
neu erblühen!
Laß dein bleich Erschauern,
Stern im Abendgrauen!
Endlich kann ich ruhig
heim gen Eden schauen.
Magst du, Stern, versinken,
mag ich selbst vergehen:
meine Kinder werden
Eden wiedersehen.