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PoetósferaLa BibliotecaAugust Friedrich Ernst Langbein

August Friedrich Ernst Langbein · Romanticismo

Die Mißheirath

alemán

103Die Mißheirath.

Der Löwe lag in Jägernetzen,
Und war zu stolz, in Freyheit sich zu setzen.
Aus Unterthanenpflicht sprang eine Maus herbey,
Und nagte seine Strick’ entzwey.
5Da sprach gerührt des Waldes König:
„Erbitte, treuer Knecht, dir einen Gnadenlohn!“
104 Das gute Mäuslein sann ein wenig,
Und bat sodann: „Geruhet, meinen Sohn,
Der jetzt drauf denkt, ein Weib zu wählen,
10Mit eurer Tochter zu vermählen!“ –

Starr sah der Thiere Großsultan
Die kecke Maus ein Weilchen an;
Doch mild erwiedert’ er: „Du rettetest mein Leben,
Und sollst mich nicht, als undankbar, verschreyn;
15Drum will ich dir mein Jawort geben,
Und morgen mag die Hochzeit seyn!“ –

Die königliche Braut erschien mit Festgepränge
Jetzt an des Mäuseprinzen Thür.
105 Mühselig bohrte durch’s Gedränge
20Der Bräutigam sich hin zu ihr.
Doch nicht bemerkend den, der ihr, mit holden Zeichen
Der Liebe, Herz und Pfötchen bot,
That rasch sie einen Schritt, und trat den Kleinen todt.

***

Wer freyen will, der wähle seines Gleichen!

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La Biblioteca

Hans Warsch, der Hirt von Oggersheim →

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Autor
August Friedrich Ernst Langbein
Título
Die Mißheirath
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-die-miheirath--august-friedrich-ernst-langb-0588db
Cita recomendada
August Friedrich Ernst Langbein, «Die Mißheirath», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-die-miheirath--august-friedrich-ernst-langb-0588db.html

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