Ein Jüngling auf dem Hügel
mit seinem Kummer sass,
wohl ward der Augen Spiegel
ihm trüb' und thränennass.
5Sah frohe Lämmer spielen
am grünen Felsenhang,
127sah frohe Bächlein quillen
das bunte Thal entlang;
die Schmetterlinge sogen
10am rothen Blüthenmund,
wie Morgenträume flogen
die Wolken in dem Rund;
und Alles war so munter,
und Alles schwamm in Glück,
15nur in sein Herz hinunter
sah nicht der Freude Blick.
128Ach, dumpfes Grabgeläute
im Dorfe nun erklang,
schon tönte aus der Weite
20ein klagender Gesang;
sah nun die Lichter scheinen,
den schwarzen Leichenzug,
fing bitter an zu weinen,
weil man sein Röschen trug.
25Jetzt liess den Sarg man nieder,
der Todtengräber kam,
und gab der Erde wieder,
129was Gott aus selber nahm.
Da schwieg des Jünglings Klage,
30und betend ward sein Blick,
sah schon am schönern Tage
des Wiedersehens Glück.
Und wie die Sterne kamen,
der Mond heraufgeschifft,
35da las er in den Sternen
der Hoffnung hohe Schrift.