Aus deinen grauen Augen droht,
mir so vertraut
wie ein verhaltner Klagelaut,
mit bleicher Flamme ein Verbot;
ich weiß, ich fühls — du warst einst Braut.
Das hat in deinen Blick gebracht
dies fahle Licht,
das durch die schwarzen Wimpern bricht;
vor Zeiten, Seele, eh die Nacht
dich neu gebar ans Tageslicht.
O komm und gieb mir deine Hand;
in dein schwarz Haar
nimm diese rote Lilie dar,
und um dein dunkelblau Gewand
dies goldne Gürtelschlangenpaar.
So führe mich, indeß du weinst,
den langen Pfad.
So kommen wir der Nacht genaht
und beichten Beide: Mutter! einst,
du weißt, wir übten einst Verrat.
Dann legt, indeß wir niederknien,
dann legt die Nacht
auf deines Haares schwere Pracht
die Hand und flüstert: liebe ihn,
der sich und Andre friedlos macht!
Dann hören deine Tränen auf,
dann kommt ein Stern.
Der tagt wie künftiger Frieden fern;
dein graues Auge schaut hinauf,
dein Auge, Seele — hilf uns, Stern!