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Eduard Mörike · Romanticismo

Auf der Reise

alemán

Zwischen süßem Schmerz,
Zwischen dumpfem Wohlbehagen
Sitz' ich nächtlich in dem Reisewagen,
Lasse mich so weit von dir, mein Herz,
Weit und immer weiter tragen.

Schweigend sitz' ich und allein,
Ich wiege mich in bunten Träumen,
Das muntre Posthorn klingt darein
Es tanzt der liebe Mondenschein
Nach diesem Ton auf Quellen und auf Bäumen,
Sogar zu mir durchs enge Fensterlein.

Ich wünsche mir nun dies und das.
O könnt' ich jetzo durch ein Zauberglas
Ins Goldgewebe deines Traumes blicken!
Vielleicht dann säh' ich wieder mit Entzücken
Dich in der Laube wohlbekannt.
Ich sähe Genovefens Hand
Auf deiner Schulter traulich liegen,
Am Ende säh' ich selber mich,
Halb keck und halb bescheidentlich,
An deine holde Wange schmiegen.

Doch nein! wie dürft' ich auch nur hoffen,
Daß jetzt mein Schatten bei dir sei!
Ach, stünden deine Träume für mich offen,
Du winktest wohl auch wachend mich herbei!

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Autor
Eduard Mörike (1804–1875) · Wikidata Q63699
Título
Auf der Reise
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-auf-der-reise--eduard-morike-668f7c
Cita recomendada
Eduard Mörike, «Auf der Reise», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-auf-der-reise--eduard-morike-668f7c.html

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