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Richard Dehmel · Vanguardias / s. XX

An meine Königin

alemán

Bin ich ein König? — Als ich Knabe war,
da träumte mir von einem goldnen Throne,
von einem Volk in heller Jubelschaar,
von einem Purpurmantel, einer Krone.

Ich wurde Jüngling, und der irdne Glanz
verblich im Geisterlicht des Ewig Schönen;
da träumte mir von einem Strahlenkranz,
mit dem ein andres Volk mich sollte krönen.

Jetzt träum ich nicht mehr Kronen, nicht mehr Kränze,
kein Ziel der Sehnsucht, das der Stolz gebar;
mich lockt kein Volk, kein Reich mehr, keine Grenze,
nur meiner Kraft glühn muß ich immerdar.

Nur immer schweben, wie der Adler schweben,
den es hinauf ins Unbegrenzte reißt;
ich +kann+ nicht wie die Lerche mich bestreben,
die flatternd ihre Ackerfurche preist.

Ich +weiß+ kein Ziel. Gestalten aus dem Vollen
erheben sich, zerreißen die Umhüllung.
Nun ihnen nach, die nichts als Dasein wollen!
Mein Sehnen ging durch Dich mir in Erfüllung.

Du gabst mir solch ein Reich voll Glanz zu eigen,
daß meine ganze Sprache mir zu wenig,
all dieses Reichtums Herrlichkeit zu zeigen,
und dankbar knie ich hin: — ich +bin+ ein König.

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Autor
Richard Dehmel (1863–1920) · Wikidata Q76590
Título
An meine Königin
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-an-meine-konigin--richard-dehmel-2a323a
Cita recomendada
Richard Dehmel, «An meine Königin», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-an-meine-konigin--richard-dehmel-2a323a.html

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