Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',
Von einem Himmel zum andern;
In hehren Gestalten zieht er durchs All,
Wie selige Geister wandern.
Er hat ein reicheres Dasein geführt,
Als all ihr Schlemmer und Prasser,
Er hat ein edleres Feuer genährt,
Als alle die Hetzer und Hasser.
Er hat das Elend in Liebe geweiht,
Der Jämmerlichkeit sich verschlossen,
Er hat mit dem Blut von eurem Blut
Ein höheres Leben genossen.
Er hat genossen in fröhlicher Ruh',
Was ihr selbst im Kampf nicht erjagtet!
Er hat gebetet, gehofft und gejauchzt,
Dieweilen ihr klagtet und zagtet.
Dieweilen ihr geifernd das Leben verflucht
Und geifernd danach habt gehastet,
Hat er sich im Lichte des Himmels gesonnt,
Im Schatten des Waldes gerastet.
Ihm war ein heiterer Traum dieses Sein,
Das euch ein drückender Alp ist;
Das kommt, weil euch der Magen beschwert
Vom Fraße am goldenen Kalb ist.
Dieweil ihr auf allen Vieren kriecht,
Er fuhr auf dem Sternenwagen,
Ihn hat die göttliche Phantasie
Durch Ewigkeiten getragen.
Ihr sinket als Aas ins finstere Grab,
Als Samenkorn fällt er zur Erde. —
Hab' einst ich im neuen Sein die Wahl,
Mit wem ich's wohl halten werde?
Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',
Von einem Himmel zum andern;
In hehren Gestalten zieht er durchs All,
Wie selige Geister wandern.