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Eduard Mörike · Romanticismo

Zwei Liebchen

alemán

Ein Schifflein auf der Donau schwamm,
Drin saßen Braut und Bräutigam,
Er hüben und sie drüben.

Sie sprach: »Herzliebster, sage mir!
Zum Angebind' was geb' ich dir?«

Sie streift zurück ihr Ärmelein,
Sie greift ins Wasser frisch hinein.

Der Knabe, der tät gleich also
Und scherzt mit ihr und lacht so froh.

»Ach, schöne Frau Done, geb Sie mir
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!«

Sie zog heraus ein schönes Schwert;
Der Knab' hätt' lang' so eins begehrt.

Der Knab', was hält er in der Hand?
Milchweiß ein köstlich Perlenband.

Er legt's ihr um ihr schwarzes Haar;
Sie sah wie eine Fürstin gar.

»Ach, schöne Frau Done, geb Sie mir
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!«

Sie langt hinein zum andernmal,
Faßt einen Helm von lichtem Stahl.

Der Knab' vor Freud' entsetzt sich schier,
Fischt ihr einen goldnen Kamm dafür.

Zum dritten sie ins Wasser griff:
Ach weh! da fällt sie aus dem Schiff.

Er springt ihr nach, er faßt sie keck:
Frau Done reißt sie beide weg.

Frau Done hat ihr Schmuck gereut,
Das büßt der Jüngling und die Maid.

Das Schifflein leer hinunterwallt;
Die Sonne sinkt hinter die Berge bald.

Und als der Mond am Himmel stand,
Die Liebchen schwimmen tot ans Land,
Er hüben und sie drüben.

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Autor
Eduard Mörike (1804–1875) · Wikidata Q63699
Título
Zwei Liebchen
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-zwei-liebchen--eduard-morike-921279
Cita recomendada
Eduard Mörike, «Zwei Liebchen», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-zwei-liebchen--eduard-morike-921279.html

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