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Conrad Ferdinand Meyer · Modernismo

XXX Der Uli

alemán

Gelassen schreitet dort im Ackerfeld
Ein rüst'ger Mann, der späte Saat bestellt.
Schön ist ein jedes Werk, das Jahr entlang,
Am liebsten doch ist mir des Säers Gang...

Mein wackrer Albrecht Dürer, mal mir heut
Den lieben Heiland, wie er Körner streut,

Mit einem deutschen Himmel frisch und klar
Und deutscher Landschaft—für den Fronaltar...

Als ich mit Zwingli jüngst am Mahle saß,
Erzählt' er etwas, das ich nicht vergaß.

Er sprach: "Das wilde Tal, das mich gebar,
Bringt weder Wein noch Frucht im wärmsten Jahr.

So kam's, daß ich gelebt der Jahre zehn,
Bevor ich Egge, Pflug und Saat gesehn.

Da nahm der Vater mich zu Tale mit,
Die Säer drunten zählten Schritt um Schritt

Und streuten edeln Wurfs, geheimen Winks
Die wundersamen Körner rechts und links.

Ich schaute die Gebärden allesamt,
Streng und gemessen, wie beim heil'gen Amt,

Und endlich frug ich mit erstauntem Wort:
'Vater! Was tun die Männer Frommes dort?'

Er lachte: 'Solches sahst du nie zu Haus!
Sie streun das Brot des lieben Gottes aus.

Was ist dir, Uli? Weinst du? Schäme dich!'
'Ei, Vater, es ist gar so feierlich.'"

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Expediente

Autor
Conrad Ferdinand Meyer
Título
XXX Der Uli
Lengua
alemán
Época
Modernismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-xxx-der-uli--conrad-ferdinand-meyer-dc67ca
Cita recomendada
Conrad Ferdinand Meyer, «XXX Der Uli», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-xxx-der-uli--conrad-ferdinand-meyer-dc67ca.html

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