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PoetósferaLa BibliotecaConrad Ferdinand Meyer

Conrad Ferdinand Meyer · Modernismo

XV Das Hütlein

alemán

Es war in Brüssel vor dem Ständehaus.
Die Sage ging: "Der Kaiser reitet aus!"
Noch hatt' ich nie das junge Haupt geschaut,
Dem wir des Reiches höchstes Amt vertraut.

Ein edles Roß ist unsre Zeit. Es stampft.
Es wiehert mutig. Seine Nüster dampft.

Ob er die Zügel klug und kühn ergreift?
Ob er's bewältigt? Ob's ihn wirft und schleift?

Da wir Poeten abergläubisch sind,
Erdacht' ich ein Orakel mir geschwind:

Für diesen Kaiser gelte fort und fort
Das erste seinem Mund entfallne Wort!

Er kam. Ein Hütlein trug er, meiner Treu,
Mit Reiherfedern, funkelnagelneu!

Der Himmel macht' ein mißvergnügt Gesicht,
Sich selber fragend: Regn' ich oder nicht?

Jetzt klatschten Tropfen auf das Pflaster schwer,
Die junge Stirne legt' in Falten er

Und lugte sorgend zu den Wolken auf.
"Mein altes Hütlein!" rief er, "Kämmrer, lauf!"

Ich aber sprach zu mir: Das wird nicht gut!
Sein erster Ruf geht nach dem alten Hut.

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Dónde vive
La Biblioteca

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Expediente

Autor
Conrad Ferdinand Meyer
Título
XV Das Hütlein
Lengua
alemán
Época
Modernismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-xv-das-hutlein--conrad-ferdinand-meyer-33083f
Cita recomendada
Conrad Ferdinand Meyer, «XV Das Hütlein», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-xv-das-hutlein--conrad-ferdinand-meyer-33083f.html

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