Erstark’, o Liebe! möge man nicht sagen,
Daß stumpfer dein Begehr als Eßlust sei,
Die schmausend heut’ sich sättigt mit Behagen,
Gekräftigt morgen zum Genuss’ auf’s Neu’.
5So Liebe du, wenn heute auch du füllst
Dein hungernd Aug’, bis übersatt es winket,
Du morgen wiedersiehst, nicht tödtend stillst
Der Liebe Geist, daß träg’ und matt er sinket.
Die Zwischenzeit mög’ ähnlich sein dem Meer,
10Das Ufer trennt, wo zwei, die neu verbunden,
Hineilen oft, der Liebe Wiederkehr
Zujauchzend, wenn aufs Neu’ sie sich gefunden.
Dem Winter gleicht sie, von dem Sehnsucht eilt
Zum holden Frühling, der entfernt noch weilt.