Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!
Wie bin ich so arm an Lieb und Lust!
Ich fühle den Lorbeer ums Haupt herum,
Und keine Rose an meiner Brust!
Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!
Aus Erde, die andern nur Dornen beut,
Entsproßten mir Lorbeern und flechten, traun,
Ein Haus, wo kaum ich zu wohnen weiß.
Mit Lorbeern umrankt ist mein schlichter Tisch,
Mit Lorbeern das einsame Lager bekränzt,
Zu kühlen die heiße, pochende Stirn,
Und Lorbeern, zu stillen das sehnende Herz.
Ich rief dich nicht, du prangender Zweig,
Du hast dich ums Herz mir schmeichelnd gerankt,
Und wirst du bald treulos verwelken mir,
Dann steh' ich, Unseliger, grau vor Gram
Auf schauerlich ödem Lebensplan.
Wie bin ich so arm an Lieb' und Lust!
Ihr, die den Poeten beneiden scheel
Um Früchte der Liebe, o hört mich an:
Den grünen, duftenden Lorbeerhain,
Ich gäb' ihn für eine Rose hin.
Der rosenbekränzte Becher des Glücks,
Er mied die durstige Lippe mein;
Den heißen Schweiß auf der blassen Stirn,
Ihn trocknet ermunternde Liebe nicht.
Und Liebe nicht küßt auf dem Katafalk
Die letzte Träne vom Antlitz mir.