Wenn du gehst, wenn du gehst von mir, mein Lieb,
So ist es aus mit mir,
Ich wandre dir nach durch die halbe Welt,
Und such' und ruf' nach dir.
Ich frage den Jäger im grünen Wald,
Den Schäfer auf blumiger Au:
Hast du nicht gesehn eine schöne Maid
Mit hellen Äuglein blau?
Ich frage den Vogel im Tannenhag,
Den Fisch im Meeresgrund:
Hast du nicht gesehn eine schöne Maid
Mit rosenrotem Mund?
Ich frage den Gräber am Kirchhoftor,
Den Priester am hohen Altar:
Hast du nicht getraut eine schöne Braut
Mit krausem, güldnem Haar?
Und weiß ich dich schlafen im tiefen See,
Dann jauchz' ich mit hellem Mut,
Und tauche, mein Lieb, zu dir hinab
In die weiche, kühlende Flut.
Und weiß ich dich eines andern Braut
Mit runden Wängelein rot,
Dann leg' ich mich auf die Erden hin
Und weine, und weine mich tot.
Und wenn ich an Lieb' gestorben bin,
So graben sie ein tiefes Grab,
Und legen ein Kreuz mir auf die Brust,
Und senken mich still hinab.
So hast du dich, Kind, von mir gewend't,
Und ich bin blieben dein.
Gott mit dir, Gott mit dir, du hartes Lieb!
Ich leb' und sterb' allein.