Es lag eine heimliche Schenke
Vor Jahren am grünen Rhein,
Dort schenkte die besten Getränke
Das schönste Mägdelein.
5Sie hatte ein Kirschenmäulchen,
Sie hatte ein nußbraunes Haar,
Sie hatte Augen wie Veilchen!
Ihr Blick und der Wein so klar!
Da ich nach langen Jahren
10Zur Schenke wieder kam,
Mit Herzleid mußt ich erfahren,
Daß das Mägdlein Abschied nahm.
Nun such’ ich von Schenke zu Schenke
Trink’ manche Flasche leer –
15Das Mägdlein, an das ich denke,
Ich find’ es nimmermehr!
Wie hat zum Rheine lugend
So hold ihr Blick geglänzt!
Es war die glückselige Jugend,
20Die mir den Wein kredenzt!
Franz Bonn.