16Unterm Lindenbaume.
Unterm Lindenbaume
In dem Haidegrund,
Wo am Waldessaume
Unser Bette stund,
517Findet ihr gebrochen beide,
Blumen und das Gras der Haide.
Süßer Nachtigallensang
In das Thal herniederklang.
70Tandaradei!
10Als ich kam gegangen,
Hat mich auf der Au
Schon mein Freund empfangen.
Heil’ge Himmelsfrau –
Ew’ges Glück ist mir ersprossen,
15Als er mich an’s Herz geschlossen;
Ob er mir geküßt den Mund?
Seht, er ist noch roth zur Stund –
70Tandaradei!
Und aus bunten Blüten
20Macht’ ein Bett er da,
Woll’ es Gott verhüten,
Daß uns einer sah.
Lächelnd wird noch heut es finden,
Wer vorbei geht bei den Linden;
25Wo mein Haupt so wonnig lag,
Er die rothen Rosen frag.
70Tandaradei!
Wenn es jemand wüßte,
Wie so inniglich
30Er mich herzt’ und küßte –
Ach, ich schämte mich!
18Doch nur er und ich alleine
Wissen, was geschehn am Raine,
Und ein kleines Vögelein,
35Das wird wohl verschwiegen sein –
70Tandaradei!
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