O lieber Gott, wo werden jene Stunden sein,
In welchen mir der Lorbeer wird gewunden sein!
»Ha, suche dir die Zweige!« spricht die kluge Welt,
»Denn jedes Glück will mühevoll gefunden sein.«
Ich darf es nicht, die strenge Pflicht hält mich zurück.
Warum muß ich durch Sorg' und Not gebunden sein?
Vielleicht, daß man mir einst die schweren Bande löst,
Doch wird bishin schon Kraft und Will' verschwunden sein.
Und bis man mir zu Lab den milden Balsam beut,
Oh, können wohl vernarbt die heißen Wunden sein.
Und wenn man jauchzend einst den vollen Becher reicht,
Kann der Verschmachtete schon längst tief unten sein.
Der späte Tropfen, der sein einsam Grab benetzt,
Wird, traun, vom Schläfer nimmermehr empfunden sein.