Stecken geblieben.
Da schlag doch der und jener drein!
Mir fährt’s in alle Glieder!
Man soll nur einmal glücklich sein ―
Gleich holt’s der Teufel wieder!
5Im Winter „walzen“, schlimme G’schicht!
Denn focht ich auch nach Noten,
Zu neuen Sohlen langt‘ es nicht ―
Ich lief „auf deutschem Boden“.
Das halte aus, wer mag und kann,
10Bei tief verschneiten Bahnen!
Erbarmte doch ein guter Mann
Sich meiner „Untertanen“!
Da sprach ein alter Schmied zu mir:
„Na, Freund, mir will es scheinen,
15Als fielen beide Stiefel dir
In Fezen von den Beinen“.
Er war sich jedenfalls bewußt
Aus seinen Jugendjahren,
Wie er die Handwerksburschen-Lust
20Am eignen Leib erfahren.
Er reichte mir die Stiefel dar
Nebst einer alten Blouse:
„Sieh‘ zu! Die Leute sagen zwar,
Ich leb‘ auf großem Fuße.“
25Ich lachte: „Besser als zu klein!
Zu groß? Das wäre heiter!“
Ich schlüpfte kreuzvergnügt hinein
Und trollte dankend weiter.
Der Alte rief: „Behüt‘ dich Gott!“
30Mit einer Rührungsträne;
Es waren freilich ― ohne Spott! ―
Zwei „alte, tücht’ge Kähne“.
Nun zieht der Schnee mir einen aus
Und muß ich weiter wandern,
35Verlier‘ ich bis zum nächsten Haus
Auf jeden Fall den andern.
Na, bis ins Dorf helf‘ ich mir so,
Das werd‘ ich ab dann klopfen;
Dann findet sich wohl etwas Stroh
40Die Stiefel auszustopfen.
Sie sind mir freilich viel zu weit,
Doch sind sie nicht zerrissen;
Wer wandern will, muß jederzeit
Sich auch zu helfen wissen!“
Rudolf Lavant.