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Richard Dehmel · Vanguardias / s. XX

Predigt ans Großstadtvolk

alemán

Ja, die Großstadt macht klein.
Ich sehe mit erstickter Sehnsucht
durch tausend Menschendünste zur Sonne auf;
und selbst mein Vater, der sich zwischen den Riesen
seines Kiefern- und Eichen-Forstes
wie ein Zaubermeister ausnimmt,
ist zwischen diesen prahlenden Mauern
nur ein verbauertes altes Männchen.
O laßt euch rühren, ihr Tausende!
Einst sah ich euch in sternklarer Winternacht
zwischen den trüben Reihen der Gaslaternen
wie einen ungeheuren Heerwurm
den Ausweg aus eurer Drangsal suchen;
dann aber krocht ihr in einen bezahlten Saal
und hörtet Worte durch Rauch und Bierdunst schallen
von Freiheit, Gleichheit und dergleichen.
Geht doch hinaus und seht die Bäume wachsen:
sie wurzeln fest und lassen sich züchten,
und jeder bäumt sich anders zum Licht.
Ihr freilich, ihr habt Füße und Fäuste,
euch braucht kein Forstmann erst Raum zu schaffen,
ihr steht und schafft euch Zuchthausmauern —
so geht doch, schafft euch Land! Land! rührt euch!
vorwärts! rückt aus! —

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Autor
Richard Dehmel (1863–1920) · Wikidata Q76590
Título
Predigt ans Großstadtvolk
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-predigt-ans-grostadtvolk--richard-dehmel-4a52f5
Cita recomendada
Richard Dehmel, «Predigt ans Großstadtvolk», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-predigt-ans-grostadtvolk--richard-dehmel-4a52f5.html

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