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30Person ohne Ich.
Hast Du kaum vom Mutterschooße
Recht im Dasein Fuß gefaßt,
Wird alsbald dir ohn’ Erbarmen
Andres Wesen angepaßt.
5Affenliebe, oder rüde
Stockphilistertyrannei
Bricht den freien Geist und Willen,
Ach dein schönstes Selbst, entzwei!
Eltern, Tanten Gouvernanten,
10Alles an dir renkt und rückt,
Bis Gewohnheit, Qual und Schmerz dir
Allen Lebensmuth geknickt;
Wirst dich selber, deine Triebe,
Zu erkennen, schnell entwöhnt,
15Bis du mit der Narrenschelle
Und der Kette dich versöhnt,
146 Wirst, da du dich nimmer in Dir
Findest, nie des Lebens froh,
Zeugst du endlich selber Kinder, –
20Machst du’s ihnen ebenso!
Bis zum Bett und in den Teller,
Weiter reicht der Blick nie aus,
Alle Wünsche gehen schlafen,
Ist nur Geld und Brot im Haus;
25Bist du endlich alt geworden
Und den Kindern recht zur Last,
Gehst du in das Wesenlose,
Fast, – wie du’s verlassen hast.
Ueber deinem Grabe freuen
30Erb’ und Stolataxe sich, –
Zwar Person bist du gewesen, –
Aber nimmermehr ein Ich!