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Georg Friedrich Daumer · Romanticismo

Nicht düstre, Theosoph, so tief!

alemán

125
60CXCII.

Nicht düstre, Theosoph, so tief!
Nicht blicke, Moralist, so scheel!
Wir möchten gerne selig sein,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

5Hinschmachtend in der Wüste Sand
Gleichwie die Kinder Israel,
Schrei’n wir zu Gott um Labungen,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

Was kümmert uns der Tuba-Baum,
10Und was der Engel Gabriel?
Wir suchen einer Schenke Thür’,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

Wir lieben unsern alten Wirth
Und haben deß auch keinen Hehl;
15Wir fliehen alle Heuchelei,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

126Nicht Menschenblut vergießen wir
Auf wilden Hasses Wuthbefehl;
Der Rebe Blut genießen wir,
20Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

Wir öffnen unsern Busenschrein
Der Liebe köstliches Juwel
Mit vollen Händen auszustreu’n,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

25Wir preisen unser süßes Herz
Vierzeilig oder im Gasel;
Dem Holden ist der Dichter hold,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

Du trage keuchend jede Last,
30Dem Esel gleich und dem Kameel!
Wir schütteln unsre Bürden ab,
Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

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Autor
Georg Friedrich Daumer
Título
Nicht düstre, Theosoph, so tief!
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-nicht-dustre-theosoph-so-tief--georg-friedrich-daumer-bfac1a
Cita recomendada
Georg Friedrich Daumer, «Nicht düstre, Theosoph, so tief!», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-nicht-dustre-theosoph-so-tief--georg-friedrich-daumer-bfac1a.html

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