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Rainer Maria Rilke · Vanguardias / s. XX

Nächtliche Fahrt — Sankt Petersburg

alemán

Damals als wir mit den glatten Trabern
(schwarzen, aus dem Orloffschen Gestüt)—,
während hinter hohen Kandelabern
Stadtnachtfronten lagen, angefrüht
stumm und keiner Stunde mehr gemäß—,
fuhren, nein: vergingen oder flogen
und um lastende Paläste bogen
in das Wehn der Newa-Quais,

hingerissen durch das wache Nachten,
das nicht Himmel und nicht Erde hat,—
als das Drängende von unbewachten
Gärten gärend aus dem Ljetnij-Ssad
aufstieg, während seine Steinfiguren
schwindend mit ohnmächtigen Konturen
hinter uns vergingen, wie wir fuhren—:

damals hörte diese Stadt
auf zu sein. Auf einmal gab sie zu,
daß sie niemals war, um nichts als Ruh
flehend; wie ein Irrer, dem das Wirrn
plötzlich sich entwirrt, das ihn verriet,

und der einen jahrelangen kranken
gar nicht zu verwandelnden Gedanken,
den er nie mehr denken muß: Granit—
aus dem leeren schwankenden Gehirn
fallen fühlt, bis man ihn nicht mehr sieht.

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Autor
Rainer Maria Rilke (1875–1926) · Wikidata Q76483
Título
Nächtliche Fahrt — Sankt Petersburg
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-nachtliche-fahrt-sankt-petersburg--rainer-maria-rilke-a9460e
Cita recomendada
Rainer Maria Rilke, «Nächtliche Fahrt — Sankt Petersburg», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-nachtliche-fahrt-sankt-petersburg--rainer-maria-rilke-a9460e.html

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