Und doch, und doch, du stolzes Kind:
viel stolzer fühlt mein kleines Lied,
das kindlich vor dir niederkniet
und fromm beginnt:
Wärst du im Ehrenkleide
der Hohen höchste Zier,
ich fühlte doch trotz Seide
und Hoheit und Geschmeide
als deiner Ehren erste Zier
die Gleichheit zwischen dir und mir.
Und doch, und doch: noch stolzer schwebt,
du stolzes Kind, mein kleines Lied,
das nun auf dich herniedersieht
und scheu erbebt:
Wärst du in Schmach gefallen,
du die Gemeinste hier,
und Mein Herz rein vor Allen,
ich dächte Dein vor Allen,
weil meiner Reinheit reinste Zier
die Gleichheit zwischen dir und mir.
Und doch, und doch, du stolzes Kind:
viel stolzer fühlte wohl mein Lied,
das stolz vor Deinem Stolze flieht,
wenn stumm und blind
nun ein Erbangen käme,
stumm zwischen dir und mir
nun ein Verlangen käme,
dich blind gefangen nähme,
daß wir vergäßen — fühlst du? +wir+ —
die Gleichheit zwischen dir und mir.