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Eduard Mörike · Romanticismo

Lose Ware

alemán

»Tinte! Tinte, wer braucht! Schön schwarze Tinte verkauf' ich,«
Rief ein Bübchen gar hell Straßen hinauf und hinab.
Lachend traf sein feuriger Blick mich oben im Fenster:
Eh' ich mich's irgend versah, huscht er ins Zimmer herein. —
Knabe, dich rief niemand. — »Herr, meine Ware versucht nur!«
Und sein Fäßchen behend schwang er vom Rücken herum.
Da verschob sich das halb zerrissene Jäckchen ein wenig
An der Schulter, und hell schimmert' ein Flügel hervor. —
Ei, laß sehen, mein Sohn! Du führst auch Federn im Handel?
Amor, verkleideter Schelm! soll ich dich rupfen sogleich? —
Und er lächelt, entlarvt, und legt auf die Lippen den Finger:
»Stille! sie sind nicht verzollt. Stört die Geschäfte mir nicht!
Gebt das Gefäß! ich füll' es umsonst, und bleiben wir Freunde!«
Dies gesagt und getan, schlüpft er zur Türe hinaus. —
Angeführt hat er mich doch; denn will ich was Nützliches schreiben,
Gleich wird ein Liebesbrief, gleich ein Erotikon draus.

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Autor
Eduard Mörike (1804–1875) · Wikidata Q63699
Título
Lose Ware
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-lose-ware--eduard-morike-6e53a8
Cita recomendada
Eduard Mörike, «Lose Ware», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-lose-ware--eduard-morike-6e53a8.html

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