Es bettet sich das Vögelein
In seinem eignen Flaum,
Es hüllet sich das Köpfchen ein,
Und träumt den schönsten Traum.
Vom blauen Himmel — lebenslang —
Vom dunkelgrünen Hain,
Von seinem eigenen Gesang,
Harmonisch klingend, rein;
Von einer schönern bessern Welt
Bei stetem Sonnenschein,
Aus Morgenroth gewebt ein Zelt,
Darunter Groß und Klein;
Des Sängers gleichgestimmte Brust,
So treu und hochgesinnt,
In Wonne, überird'scher Lust,
Vereint die Künstler sind:
Ein schön Duett, so kühn, so zart,
Wird aufgeführet bald,
Kein einz'ger Mißton, rauh und hart,
Aus ihren Kehlen schallt:
Nur himmlisch Licht, Gerechtigkeit,
Nur Klarheit, Himmels Bild,
Verschwunden Unbill, Neid und Leid,
Nur Englein strahlend mild!
Kanaria's Flug, Kanaria's Traum
Im Himmel Sieben schwebt,
Erwachend aus dem eignen Flaum
Das Vöglein sich erhebt.
Des Käfigs Wand, des Käfigs Luft! —
Das Vöglein faßt sich schnell:
Die Wirklichkeit ist enge Kluft,
Der Traum ein Lebensquell.