Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe? —
Mit dem Lenze fliegt er an
Und verjubelt einen Frühling;
— Heißer Sommer quält den Mann.
Wie die Schwalbe an dem Neste,
Baut er flink an seinem Glück,
Muß um seine Reiser, Blätter
Ringen mit dem Mißgeschick. —
Leise kommt der Herbst geschlichen;
Von des Lebens reifem Baum
Reißt der Sturm die Frucht des Schaffens,
Und der Mensch erwacht vom Traum.
Sieh, am Scheitel seines Hauptes
Wird es weiß — der erste Schnee;
Matt und düster blickt das Auge,
Ach, es friert der klare See. —
Und er fühlt ein eigen Heimweh,
Fremd wird ihm die Bruderhand; —
Wie im Herbst die Schwalbe, zieht er
Heim ins ewige Frühlingsland.