Hier lieg’ ich auf dem Frühlingshügel:
Die Wolke wird mein Flügel,
Ein Vogel fliegt mir voraus.
Ach, sag’ mir, all-einzige Liebe,
5Wo du bleibst, daß ich bei dir bliebe!
Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.
Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüthe offen,
Sehnend,
Sich dehnend
10In Lieben und Hoffen.
Frühling, was bist du gewillt?
Wann werd’ ich gestillt?
Die Wolke seh’ ich wandeln und den Fluß,
Es dringt der Sonne goldner Kuß
15Mir tief bis in’s Geblüt hinein;
Die Augen, wunderbar berauschet,
Thun, als schliefen sie ein,
Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.
Ich denke Dieß und denke Das,
20Ich sehne mich, und weiß nicht recht, nach was:
Halb ist es Lust, halb ist es Klage;
34 Mein Herz, o sage,
Was webst du für Erinnerung
In golden grüner Zweige Dämmerung?
25– Alte unnennbare Tage!