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Eduard Mörike · Romanticismo

Gesang zu zweien in der Nacht

alemán

Sie:

Wie süß der Nachtwind nun die Wiese streift
Und klingend jetzt den jungen Hain durchläuft!
Da noch der freche Tag verstummt,
Hört man der Erdenkräfte flüsterndes Gedränge,
Das aufwärts in die zärtlichen Gesänge
Der reingestimmten Lüfte summt.

Er:

Vernehm' ich doch die wunderbarsten Stimmen,
Vom lauen Wind wollüstig hingeschleift,
Indes, mit ungewissem Licht gestreift,
Der Himmel selber scheinet hinzuschwimmen.

Sie:

Wie ein Gewebe zuckt die Luft manchmal,
Durchsichtiger und heller aufzuwehen;
Dazwischen hört man weiche Töne gehen
Von sel'gen Feen, die im blauen Saal,
Zum Sphärenklang
Und fleißig mit Gesang,
Silberne Spindeln hin und wieder drehen.

Er:

O holde Nacht, du gehst mit leisem Tritt
Auf schwarzem Samt, der nur am Tage grünet,
Und luftig schwirrender Musik bedienet
Sich nun dein Fuß zum leichten Schritt,
Womit du Stund' um Stunde missest,
Dich lieblich in dir selbst vergissest —
Du schwärmst, es schwärmt der Schöpfung Seele mit.

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Autor
Eduard Mörike (1804–1875) · Wikidata Q63699
Título
Gesang zu zweien in der Nacht
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-gesang-zu-zweien-in-der-nacht--eduard-morike-dc58ed
Cita recomendada
Eduard Mörike, «Gesang zu zweien in der Nacht», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-gesang-zu-zweien-in-der-nacht--eduard-morike-dc58ed.html

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