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Paul Kraft · Vanguardias / s. XX

Gebet des Dichters

alemán

O schlimme Qual des Nichterschaffenkönnens,
O unfruchtbare Qual des Nichtentbrennens
(Das Streichholz knarrt und es entspringt kein Funken),
Qual will hinaus und Sonne, Nacht und Tag,
Schmerz, Tier und Fahne, Landschaft und Gemach
Und alles, was in dich hineingesunken.

Du zerrst und zerrst. — O allzu festes Tau,
An dem du dir die Finger blutig ziehst,
O Betaltar, wo du vergebens kniest,
O vielgeliebte Frau,
Die nur die flüchtigen Blicke an mich schenkt
Und ihre Tiefen in ihr Herz versenkt.
O Qualen, die in Tönen aus mir fliehen —
Möchten und nur nach innen glühen!
O Seligkeiten, die im Wort erglänzen —
Möchten und nur die Seele kränzen!
O süße Schauer, die im Laut entschwingen —
Möchten und nur nach innen singen! . . .

Gott, lodere du in meinem Wort! Ich rufe dich
Mit niegebebtem Schrei! Verschenke dich an mich!
Gott, lodere du im Wort! Falle in mich hinein
Und steig empor — als Flamme, Blut und Schein!

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Autor
Paul Kraft
Título
Gebet des Dichters
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-gebet-des-dichters--paul-kraft-96fe93
Cita recomendada
Paul Kraft, «Gebet des Dichters», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-gebet-des-dichters--paul-kraft-96fe93.html

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