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Otto Ernst · Vanguardias / s. XX

Fernes Licht

alemán

Winkt ein stilles Licht aus weiter Ferne
Nächtlich her in meiner Stube Schatten,
Wenn des Tages flackernde Bewegung
Sich gestillt zu schweigendem Ermatten.

Ruhe winkt das Licht aus weiter Ferne.
Unser Leben, Tag um Tag genommen,
Ist ein töricht Fliehen vor der Ruhe
Und ein reuevolles Wiederkommen.

Jeden Abend aus der Qual des Strebens
Steig ich auf in diesen heiligen Frieden.
Vor mir, hinter mir ein dunkles Schweigen,
Ich — wie von der Erde längst geschieden.

Hier nur fühl’ ich Brust und Arme wieder
Froh verlangend sich ins Weite dehnen,
Und zurück ins Herz mit starken Fluten
Kommt der Jugend heißes, reines Sehnen.

Niemand weiß es, wie ich hier gesunde,
Wenn durch schwarze, undurchdrung’ne Weiten
Sicher auf den feinen, weißen Strahlen
Unbeirrte, hohe Träume gleiten.

Was ich dann, am Kreuz des Lebens hangend,
Schlimmes leide und noch Schlimm’res lerne —
Nächtlich her in meiner Seele Schatten
Winkt ein stilles Licht aus dunkler Ferne. —

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Dónde vive
La Biblioteca

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Autor
Otto Ernst
Título
Fernes Licht
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-fernes-licht--otto-ernst-30e5d7
Cita recomendada
Otto Ernst, «Fernes Licht», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-fernes-licht--otto-ernst-30e5d7.html

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