186 Ergo Bibamus
Ein Spätling zum 10. März.
Hier sind wir versammelt zu löblichem Thun,
Drum Brüderchen Ergo Bibamus!
Die Gläser sie klingen, Gespräche sie ruhn,
Beherziget Ergo Bibamus!
5Das heist noch ein altes ein tüchtiges Wort,
Es passet zum ersten und passet so fort,
Und schallet ein Echo vom festlichen Ort,
Ein herrliches Ergo Bibamus.
Ich hatte mein freundliches Liebchen gesehn,
10Da dacht’ ich mir Ergo Bibamus.
Und nahte mich traulich, da lies sie mich stehn,
Ich half mir und dachte Bibamus.
Und wenn sie versöhnet Euch herzet und küsst,
Und wenn ihr das Herzen und Küssen vermisst,
15So bleibet nur, bis ihr was besseres wisst,
Beym tröstlichen Ergo Bibamus.
187 Mich ruft das Geschick von den Freunden hinweg
Ihr Redlichen Ergo Bibamus.
Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck,
20Drum doppeltes Ergo Bibamus.
Vnd was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt
So bleibt für den Heitren doch immer gesorgt
Weil immer dem Frohen der Frölige borgt.
Nun Brüderchen Ergo Bibamus.
25Was sollen wir sagen zum heutigen Tag?
Ich dächte nur Ergo Bibamus.
Es ist nun einmal von besonderem Schlag,
Drum immer aufs neue Bibamus.
Er führet die Freunde durchs offene Thor,
30Es glänzen die Wolcken, es theilt sich der Flor,
Da leuchtet ein Bildchen ein göttliches vor
Wir klingen und singen Bibamus.