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PoetósferaLa BibliotecaJohann Grob

Johann Grob · Barroco

Er preiset das Schwarze

alemán

44
110XVI.
30Er preiset das Schwarze.

Wan ich besingen sol / was mir ergezung bringt /
So ist es Schwarz und Braun / dem dises Lied erklingt.
Erlaubt mir / daß ich mich ein wenig lustig mach’:
Ein jeder preiset gern’ ein’ angeneme Sach’.

5Ich haft’ an schwarzer farb’ / und bin ihr billich hold:
Ein schwarzes Erdreich ist mehr wert dan rohtes Gold /
Es bringet korn und wein: Gold dienet nur zur pracht /
Durch seinen stolzen glanz wird niemand satt gemacht.

Schwarz ziert des Menschen leib / ein schwarzes Augenpaar
10Schmükt eine Jungfer wol / deßgleichen schwarze haar:
Helena war ja auch mit solchen ausgeziert;
Sonst hätte Paris sie gewißlich nicht entführt.

45 Wol mir / und mehr als wol / daß auch mein liebstes Kind
Sich in der schönen zahl des braunen Volks befindt!
15Ihr schwarzes Augenliecht zündt meine kohlen an /
Daß mir die Liebe stets das herz erwärmen kan.

Schwarz ist durchgehends schön’: ein sauber schwarzes Kleid
Ziert beides Mann und Weib / und führet freüd’ und leid:
Was kan auch schöner sein / dan ein kohlschwarzes Pferd /
20Die farbe nur allein ist hundert tahler wert.

Die schwarzen Kirschen seind bei ärzten hochgeacht /
Ihr wasser hat die red’ halb todten wiederbracht:
Schwarzbraune Negelein die riechen herrlich wol /
Ach hätt’ ich ihrer nur den ganzen garten voll.

25Der braun’ und schwarze Wein hat freüdenreiche kraft;
Drum liebt ihn Bacchus sehr samt seiner bruderschaft /
Mars ist den schwarzen auch mit hulden zugetahn /
Dieweil das pulver schwarz / so er nicht missen kan.

46 Auch Phebus liebt das schwarz’ / und braucht es immerzu /
30Die schwarze Dinte hat bei ihm ja keine ruh:
Ihr andre Farben ihr / roht / grühn / gelb / blau / und weiß /
Weicht etwas hinder sich / dan schwarz behelt den preis.

Ach schwarz / du edles schwarz / du immer schöne zier /
Mein herze hat allein zu dir lust und begier:
35Mein auserwehltes schwarz / ich bleib’ in dich verliebt /
So lange nur mein leib dem leben wohnung giebt.

Der Tod hat endlich nichts an dieser liebesbrunst /
Dan wer mich überlebt / der tuht mir noch die gunst /
Und scharret meinen leib in schwarze erden ein /
40Wan mein verliebter Geist wird ausgeflogen sein.

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Autor
Johann Grob
Título
Er preiset das Schwarze
Lengua
alemán
Época
Barroco
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-er-preiset-das-schwarze--johann-grob-735eb5
Cita recomendada
Johann Grob, «Er preiset das Schwarze», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-er-preiset-das-schwarze--johann-grob-735eb5.html

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