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Richard Dehmel · Vanguardias / s. XX

Enthüllung

alemán

Du sollst nicht dulden, daß dein Schmerz dich knechte;
du bist so gern vor Freude wild.
Komm vor den Spiegel! — O, wie schwillt
dein düstres Haar, wie lebt dein Bild,
wie blüht dein Mund —: als wenn durch Nächte
der Blitze bläuliches Geflechte,
der Honigduft der roten Disteln quillt!

Dein weißes Kleid ist wie zum Hohne
mit türkischen Märchenblumen toll durchzackt.
Ich träume dich auf schwarzem Throne.
Du bist verschleiert bis zur Krone.
Doch wärst du keusch wie Magelone,
wir Träumer sehen alles nackt!

Gib her, gib her den Trauerschleier,
ich reiß ihn lachend dir entzwei!
Ich bin dein Einziger, dein Befreier,
dein Herr! — Was starrst du so ins Feuer,
so schmerzhaft? — O verzeih — verzeih —

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Autor
Richard Dehmel (1863–1920) · Wikidata Q76590
Título
Enthüllung
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-enthullung--richard-dehmel-004ffc
Cita recomendada
Richard Dehmel, «Enthüllung», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-enthullung--richard-dehmel-004ffc.html

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