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Richard Dehmel · Vanguardias / s. XX

Ein Stelldichein

alemán

So wars auch damals schon. So lautlos
verhing die dumpfe Luft das Land,
und unterm Dach der Trauerbuche
verfingen sich am Gartenrand
die Blütendünste des Hollunders;
stumm nahm sie meine schwüle Hand,
stumm vor Glück.

Es war wie Grabgeruch ... Ich bin nicht schuld!
Du blasses Licht da drüben im Geschwele,
was stehst du wie ein Geist im Leichentuch —
lisch aus, du Mahnbild der gebrochnen Seele!
Was starrst du mich so gottesäugig an?
Ich brach sie nicht: sie tat es selbst! Was quäle
ich mich mit fremdem Unglück ab ...

Das Land wird grau; die Nacht bringt keinen Funken,
die Weiden sehn im Nebel aus wie Rauch,
der schwere Himmel scheint ins Korn gesunken.
Still hängt das Laub am feuchten Strauch,
als hätten alle Blätter Gift getrunken;
so still liegt sie nun auch.
Ich wünsche mir den Tod.

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Autor
Richard Dehmel (1863–1920) · Wikidata Q76590
Título
Ein Stelldichein
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-ein-stelldichein--richard-dehmel-661d3a
Cita recomendada
Richard Dehmel, «Ein Stelldichein», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-ein-stelldichein--richard-dehmel-661d3a.html

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