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Heinrich Heine · Romanticismo

Die schlesischen Weber

alemán

1457. Die Schlesischen Weber.
(Vom Dichter revidirt.)

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
550Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
1050Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt –
1550Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –
2050Wir weben, wir weben!

146Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
2550Wir weben, wir weben!

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Autor
Heinrich Heine (1797–1856) · Wikidata Q44403
Título
Die schlesischen Weber
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-die-schlesischen-weber--heinrich-heine-ffc616
Cita recomendada
Heinrich Heine, «Die schlesischen Weber», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-die-schlesischen-weber--heinrich-heine-ffc616.html

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