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Friedrich Hölderlin · Romanticismo

Die Nacht (Hölderlin)

alemán

Rings um ruhet die Stadt. Still wird die erleuchtete Gasse,
Und mit Fackeln geschmückt rauschen die Wagen hinweg.
Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen, die Menschen,
Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt
5Wolzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und Blumen,
Und von Werken der Hand ruht der geschäftige Markt.
91 Aber das Saitenspiel tönt fern aus Gärten; vielleicht, daß
Dort ein Liebendes spielt oder ein einsamer Mann
Ferner Freunde gedenkt und der Jugendzeit; und die Brunnen
10Immerquillend und frisch rauschen an duftendem Beet.
Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Glocken,
Und der Stunden gedenk rufet ein Wächter die Zahl.
Jetzt auch kommet ein Wehn und regt die Gipfel des Hains auf,
Sieh! und das Ebenbild unserer Erde, der Mond,
15Kommet geheim nun auch, die schwärmerische, die Nacht kommt,
Voll mit Sternen, und wol wenig bekümmert um uns
Glänzt die Erstaunende dort, die Fremdlingin unter den Menschen
Über Gebirgeshöhn traurig und prächtig herauf.

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Autor
Friedrich Hölderlin (1770–1843) · Wikidata Q75889
Título
Die Nacht (Hölderlin)
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-die-nacht-holderlin--friedrich-holderlin-3b503c
Cita recomendada
Friedrich Hölderlin, «Die Nacht (Hölderlin)», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-die-nacht-holderlin--friedrich-holderlin-3b503c.html

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