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Richard Dehmel · Vanguardias / s. XX

Die Kette

alemán

Du hast mir eine Kette geschenkt.
Ich soll sie um meinen Nacken legen.
Ich werde sie tragen, um meinen stolzen Hals,
offen auf meiner Brust vor allen Leuten:
Du hast mir ja die Kette geschenkt.
Ich möcht auch heimlich mein Herz dran hängen;
Himmel, mein Herz, woran hängt es schon?
An den Blicken meiner treuen Frau,
an den Locken manches treulosen Fräuleins,
an den Schmucksachen, die sie zu Weihnachten wünschten,
den Schmetterlingen, die wir im Hochsommer haschten,
an den Zugvögeln, die jetzt über uns wegziehn,
den fremden Blumen, die sich jenseits der Meere
auf paradiesischen Bäumen schaukeln,
an dem unvergeßlichen Horizont meiner Heimat
und den feurigen Sternen nie erblickter Zenithe,
an alldem, alldem hängt mein Herz,
mein armes Herz. Sprecht, gütige Sterne:
wie fass ich soviel Reichtum zusammen? —
Du hast mir eine Kette geschenkt! — —

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Autor
Richard Dehmel (1863–1920) · Wikidata Q76590
Título
Die Kette
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-die-kette--richard-dehmel-c13a8b
Cita recomendada
Richard Dehmel, «Die Kette», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-die-kette--richard-dehmel-c13a8b.html

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