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Die XXII. Fabel.
Die Katzen und der Hausherr.
Murner, eine Cyper-Katze
Gab unlängst den Gülde-Schmauß,
Und ersahe sich zum Platze,
Eines Bürgers Wohnung aus.
5Mensch und Thiere schliefen feste
Selbst der Hauß-Prophete schwieg,
Als ein Schwarm geschwäntzter Gäste
Von den nächsten Dächern stieg.
Murner kömmt, sie zu begrüssen
10Führt sie drauf in einen Saal,
41Und setzt jeden auf ein Küssen
Von dem feinsten Katzen-Zahl.
Sechzig feiste Mäuse-Zimmel
Machten die Versammlung satt,
15Ob gespickt? das weiß der Himmel,
Jeder giebt, so gut ers hat.
Von der Mahlzeit giengs zum Tantze,
Wo der Wirth sich hören ließ,
Und auf einem Ratten-Schwantze,
20Manch verliebtes Stückgen bließ.
Hintz, des ersten Schwieger-Vater,
Sang darein erbärmlich schön,
Und zween abgelebte Kater,
Quälten sich, ihm beyzustehn.
25Jetzo tantzen alle Katzen,
Poltern, lermen, daß es kracht,
Zischen, heulen, sprudeln, kratzen,
Bis der Herr im Haus erwacht.
Dieser springt mit einem Stecken,
30In den finstern Saal hinein,
Schlägt um sich, sie zu erschrecken,
Schmeisset einen Spiegel ein.
Stolpert über einge Späne,
Stürtzt im Fallen auf die Uhr,
35Und zerbricht zwo Reihen Zähne,
Blinder Eyfer schadet nur.