69Die Faschings-Freuden.
Aelles ist voll Lust und Freud’
Heut’ im ganza Städtle.
70Herra, Burger, Bettelleut,
Jeder Bua, jed’s Mädle.
5Maskerit will Aelles gau,
Und als Narr sich seahna lau.
Untern Fastnachts-Narrakleid
Steckt a Manches drinna,
Und hot so sei eitla Freud,
10Daß ma’s nit thuat kenna.
d’Weiber ziehet d’Hosa a,
Und als Weib goth mancher Mah.
Dot kommt oir als Sokrates,
Als a Jud, a Bauer.
15Macht so seine Spring und Spaß
Und stoht auf der Lauer.
Mancher, thät ear d’Maska ra,
Stüand als Esel vor oim da.
Oina goth als Klausterfrau
20Blos der Keuschheit z’Ehra.
Käm es aber zur a Schau,
Wur ma Sacha höra!
Spura gäb’ es g’wieß am Leib,
Vo koim keuscha Zeitvertreib.
25Jäger, Mohra, Türka, gnua,
Dieb’ und Advokata.
71Russa und Hanswurst derzua
Viele Maskerada!
Oina goth als Ceres aus,
30Und hot doch koi Brod im Haus.
Viele lebet frank und frei,
Wia dear reiche Prasser,
Als hättet sie Geald wia Heu,
Und hand oft koi Wasser.
35Kommt ma ebba in iayr Haus,
Do sieht’s Gott’serbärmlich aus.
Au geits drunder viel Genie,
Dia ma sieht akomma;
Dia aus dear Mithologie
40Ihre Maska g’nomma.
A Mensch als Kleopatra
Winkt, ma soll mit d’Stiaga nah!
Baijas! o wia viel sind do!
Ma ka schier nit laufa.
45Mancher schreit: Juhe! Oho!
Ka koin Wekka kaufa.
Stoht in Tanzsaal herrisch nei
Aber sauft koin Schoppa Wei!
Manche hand ihr Kloid versetzt,
50Könnets nemme lösa.
72d’Gurgel hot ma tüchtig g’netzt,
Lustig ist ma g’wesa.
Aber jetzt sieht’s lausig aus,
Ma ka nemme us am Haus.
55Mancha Jungfer hot ihr Ehr’
Ganz und gar vergeassa,
Treibt mit ihrem Leib Verkehr
No um’s Gwand, um’s Essa.
Und jagdt bei’r a sotta Zeit
60Aellethalba no de Leut.
So goth’s zu halt überall
In de Faschingstaga;
Aelles singt im Freudaschall,
Do hört ma koi Klaga.
65Freuda geit’s bei Arm und Reich,
Denn als Narra sind sia gleich!
No, so soll ohngenirt,
Jeder fröhlich leaba!
Und des thua, was ihm gebührt,
70Was ihm Freud’ ka geaba.
Närrisch ist jo doch dia Welt,
Und bleibt’s, bis sie zema fällt.