Langer, segensreicher Frieden
War dem Reiche nicht beschieden:
Frankreich riß vom Zaun den Streit,
Auch die Türken thun sich rühren
5 Und selbst bis vor Wien marschieren
Zu Herrn Leopoldus Zeit.
Doch Eugen, der edle Ritter,
Brach der Türken Macht in Splitter
Und Sobieski Wien macht frei.
10 Auch Prinz Louis, „der Türkenbänd’ger“,
Ein sehr tapfrer und verständ’ger
General, war auch dabei.
Prinz Eugen auch den Franzosen
Klopfte später aus die Hosen,
15 Daß sie floh’n mit Schand und Schimpf.
Doch noch vor dem Friedeschließen
Leopold hat sterben müssen
<tt>Anno</tt> Siebzehnhundert fünf.
Den spanischen Erbfolgekrieg
Mit Nachdruck Joseph fort nun setzt,
Und es erfechten Sieg auf Sieg
Marlborough und Eugenius jetzt:
5 Wohl bei Turin und Ramillies,
Bei Oudenarde und Malplaquet,
Daß Frankreich schon in höchster Not
Die Hand zu jedem Frieden bot.
Da plötzlich kehrt zu Ludewig
10 Das wankelmüt’ge Glück zurück:
In Spanien seine Waffen siegen;
In England muß in jähem Falle
– Gestürzt durch eine Hofkabale –
Der große Marlborough erliegen;
15 In Deutschland aber in das Grab
Der Kaiser Joseph sinkt hinab.