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PoetósferaLa BibliotecaAlbert Knapp

Albert Knapp · Romanticismo

Der verlorene Ring (Knapp)

alemán

25 Der verlorene Ring.

(cc. 1090.)

Die Herzogin Agnes mit ihrem Gemahl
Ritt jagend im tiefen, umwaldeten Thal;
Auf sprangen die Hirsche, die Rehe, die Hasen
Bei schmetternder Hörner vergnüglichem Blasen.

5Kurz waren die Beiden vom Kaiser vermählt,
Schon vorhin gar innig von Liebe beseelt;
Und wenn sie nun sprengten voran und zurücke,
So suchten einander die traulichen Blicke.

Spät ritten sie heim auf das thürmende Schloß,
10Das Abendroth herrlich den Himmel umgoß;
Sie hatten genossen das liebliche Leben,
Von Jugend erfüllet, von Hoheit umgeben. –

Da blickte die Fürstin ihr Fingerlein an –
O wehe, was hat ihr der Unstern gethan! – –
15Sie weinet, sie schreit zu des Ehgemals Ohren:
„O Friedrich, mein Ehring! – ich hab’ ihn verloren!“ –

26 „Verlier’ ich dich auch, o Geliebter, wie mir
„Das Kleinod entfallen im Waldesrevier?
„Wie schauerlich ist mir solch dunkeles Zeichen, –
20„Das deutet auf Scheiden, auf Gräber und Leichen!“ –

„O weh mir, dem armen verbanneten Kind,
„Wenn ich nicht hinwieder mein Ringelein find’!
„Ach dürft’ ich’s, ach dürft’ ich’s zum Wunder erschauen,
„Wie wollt’ ich dem Höchsten ein Dankmal erbauen!“ –

25Der Herzog, er tröstet und herzt sein Gemahl,
Doch lös’t er nicht ihre Befürchtung und Qual;
Sie trauret gleich einem verbanneten Kinde,
Bis daß sie den Trauring, den heiligen, finde! –

Zwölf Monate schwanden; geduldig und still
30Zieht Friedrich umher, wo Frau Agnes nur will;
Durchs dichteste Dickicht er reitet und spähet,
Und immer die Gattin noch klaget und flehet. –

Da hat doch zuletzt noch die Liebe gesiegt! –
„O Friederich, siehe, was schimmernd dort liegt! –
35„O Friedrich, mein Ring! – nun bist wieder du meine,
„Nun bin ich ohn’ Aengsten auch wieder die Deine!“ –

„Und wie mich der Höchste getröstet jetzund,
„So bau’ ich auf diesem bewaldeten Grund
„Ein Gotteshaus für die Gemeinde mit Freuden,
40„Da soll man Ihm danken für Freuden und Leiden!“ –

27 Sie baute die Kirche; die steht noch zur Zeit,
Dem heil’gen Apostel Johannes geweiht;
Und Gmünd ist erblüht, wo der Ring war verloren,
Die Staufenstadt, lieblich mit Thürmen und Thoren.

45Der goldene Ring, der verloren im Wald,
Zog freudige Männer zur Arbeit so bald;
Die Kaiser bestelleten hier ihre Prachten,
Weil immer des Walds und des Ringes sie dachten

Noch blühet die Stadt nach der staufischen Wahl;
50Noch wirkt sie in Gold und in Perlen zumal;
Doch seit die gewaltigen Herrscher gestorben,
Ist drunten in Gmünd auch manch Goldschmied verdorben. –

So haltet Euch fröhlich zu Dem, der da spricht:
„Ich biet’ Euch ein Gold, das entschwindet Euch nicht!“ –
55Erfleht Euch, wenn Kaiser-Bestellung verstoben,
Sein Gold, das im Feuer durchläutert, von oben! –

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Por su autor
Albert Knapp
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Autor
Albert Knapp
Título
Der verlorene Ring (Knapp)
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-der-verlorene-ring-knapp--albert-knapp-e984cc
Cita recomendada
Albert Knapp, «Der verlorene Ring (Knapp)», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-der-verlorene-ring-knapp--albert-knapp-e984cc.html

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