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Rainer Maria Rilke · Vanguardias / s. XX

Der Ölbaumgarten

alemán

Er ging hinauf unter dem grauen Laub
ganz grau und aufgelöst im ölgelände
und legte seine Stirne voller Staub
tief in das Staubigsein der heißen Hände.

Nach allem dies. Und dieses war der Schluß.
Jetzt soll ich gehen, während ich erblinde,
und warum willst Du, daß ich sagen muß,
Du seist, wenn ich Dich selber nicht mehr finde.

Ich finde Dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.
Nicht in den andern. Nicht in diesem Stein.
Ich finde Dich nicht mehr. Ich bin allein.

Ich bin allein mit aller Menschen Gram,
den ich durch Dich zu lindern unternahm,
der Du nicht bist, ü namenlose Scham...

Später erzählte man: ein Engel kam—.

Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht
und blätterte gleichgültig in den Bäumen.
Die Jünger rührten sich in ihren Träumen.
Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht.

Die Nacht, die kam, war keine ungemeine;
so gehen hunderte vorbei.

Da schlafen Hunde, und da liegen Steine.
Ach eine traurige, ach irgendeine,
die wartet, bis es wieder Morgen sei.

Denn Engel kommen nicht zu solchen Betern,
und Nächte werden nicht um solche groß.
Die Sich-Verlierenden läßt alles los,
und sie sind preisgegeben von den Vätern
und ausgeschlossen aus der Mütter Schoß.

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Autor
Rainer Maria Rilke (1875–1926) · Wikidata Q76483
Título
Der Ölbaumgarten
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-der-olbaumgarten--rainer-maria-rilke-5c5eb0
Cita recomendada
Rainer Maria Rilke, «Der Ölbaumgarten», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-der-olbaumgarten--rainer-maria-rilke-5c5eb0.html

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