Als Gott der Herr die Welt erschuf,
Da war sein erster, heiliger Ruf:
Es werde Licht!
Das Gnadenmeer vom Himmel floß
Und sich in alle Herzen goß,
— In meines nicht.
Und auf zum ewigen Sternenzelt
Blickt jedes Aug', dem Herrn der Welt
Ins Angesicht.
Und jedes Blümlein auf dem Plan
Lacht eure Augen freundlich an,
— Das meine nicht.
Der Mutterblick, der holde Stern,
Er blieb mir unermeßlich fern.
Dem Ärmsten flicht
Der Herr aus goldnem Sonnenglanz
Ums Haupt den bunten Farbenkranz,
— Um meines nicht.
Du treuer Engel Gottes, sag,
Was hab' an diesem Erdentag
Ich denn vollbracht,
Daß mitten unter Strahl und Schein
Verstoßen ich bin ganz allein
In ewige Nacht?
Der Engel sprach: Der Strahl, das Licht
Von außen ist das Höchste nicht
Zur Menschen Lust.
Statt Glanz die Glut, ein warm Gemüt,
Das wie ein sonniger Frühling blüht
In deiner Brust.
Wohl muß in deinem Aug ich sehn
Als einzigen Glanz die Träne stehn.
Doch weine nicht!
Noch leben treue Menschen hier,
Und Gottes Ruf erschallt auch dir:
Es werde Licht!