Der sanfte Mai! So herb an unsere Mauern
Hat er noch nie gepocht, als diese Nacht.
Aus tiefem Winterschlafe jäh erwacht,
Erbebt die Erde in Empfängnisschauern?
Wir fuhren auf in mitternächtigem Schrecken,
An mondbestrahltem Fenster stand der Mai
Und lächelte herein: Ich war so frei,
Ein wenig eure Herzen aufzuwecken,
Daß hören sie, was schallt in allen Lüften,
Daß sehen sie, was ich mit Blumen schrieb:
Wie kurz die Lebenszeit! O habt euch lieb,
Die Toten pochen laut in ihren Grüften.