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Rainer Maria Rilke · Vanguardias / s. XX

Corrida — In memoriam Montez, 1830

alemán

Seit er, klein beinah, aus dem Toril
ausbrach, aufgescheuchten Augs und Ohrs,
und den Eigensinn des Picadors
und die Bänderhaken wie im Spiel

hinnahm, ist die stürmische Gestalt
angewachsen—sieh: zu welcher Masse,
aufgehäuft aus altem schwarzen Hasse,
und das Haupt zu einer Faust geballt,

nicht mehr spielend gegen irgendwen,
nein: die blutigen Nackenhaken hissend
hinter den gefällten Hörnern, wissend
und von Ewigkeit her gegen den,

der in Gold und mauver Rosaseide
plötzlich umkehrt und, wie einen Schwärm
Bienen und als ob er's eben leide,
den Bestürzten unter seinem Arm

durchläßt,—während seine Blicke heiß
sich noch einmal heben, leichtgelenkt,
und als schlüge draußen jener Kreis
sich aus ihrem Glanz und Dunkel nieder
und aus jedem Schlagen seiner Lider,

ehe er gleichmütig, ungehässig,
an sich selbst gelehnt, gelassen, lässig
in die wiederhergerollte große
Woge über dem verlornen Stoße
seinen Degen beinah sanft versenkt.

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Autor
Rainer Maria Rilke (1875–1926) · Wikidata Q76483
Título
Corrida — In memoriam Montez, 1830
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-corrida-in-memoriam-montez-1830--rainer-maria-rilke-c8e3a1
Cita recomendada
Rainer Maria Rilke, «Corrida — In memoriam Montez, 1830», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-corrida-in-memoriam-montez-1830--rainer-maria-rilke-c8e3a1.html

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